Sehen, was wir sehen wollen

Wir glauben Bildern. Schliesslich vertrauen wir auf das, was wir mit eigenen Augen erkennen. Und oftmals sieht man auch das, was man wirklich sehen will. Wir belügen uns selbst. Was aber, wenn das, was wir sehen, die Lüge selbst ist?

Im Artikel der ZEIT vom 7.12.2017 werden die Folgen der Manipulation von Videos genauer unter die Lupe genommen. Es ist hier von Fake News die Rede.

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die fortgeschrittene Technologie eine Einladung zur Manipulation ist. Wir sollten durch ihre Fortschritte längst wissen, dass wir Beiträge kritisch zu betrachten haben. Wenn nun aber die Manipulationen nicht mehr sichtbar sind?

Mit einem einfachen Laptop können Mundveränderungen und Mimik von Personen verändert und Stimmen ganz einfach simuliert werden. Diese Vorstellung wirkt auf mich gar beängstigend, wenn  man bedenkt, wie einfach jemand zu kopieren ist. Auf ganz einfache Art und Weise bahnen sich so Fake News ihren Weg durch die Medien und sorgen für Empörung und Verwirrung.

Die Wahrheit ist vor nichts mehr sicher. Ständig von der Unsicherheit geplagt, wird man dazu aufgefordert, alles zu hinterfragen. Grundsätzlich ist das Auseinandersetzen mit einem bestimmten Thema nicht schlecht. Es sollten schliesslich Fakten geliefert werden, die durch Eigeninterpretation zu  der Vertretung einer überzeugten Meinung führen können. Doch wenn die Fakten plötzlich verfälscht sind, so verliert man sich möglicherweise schon auf der Suche nach der Wahrheit. Und wenn man diese nicht mehr eindeutig bestätigen kann, so bleibt man in einem Raum voller Fragezeichen stehen. Man wird dazu verführt, sich für eine Wahrheit zu entscheiden. Und für jeden kann dies etwas anderes bedeuten. Doch es gibt nur eine Wahrheit.

Natürlich können Missbräuche der Technologie aufgeklärt, berichtigt und publiziert werden. Doch ob wahr oder nicht – was die Menschen einmal erreicht hat und auch wenn sie nur für eine Sekunde der Nachricht geglaubt haben: Sie wird hängen bleiben. Und Vorurteile wird man nun mal sehr schwer los.

Theoretisch gesehen müsste man die Glaubwürdigkeit aller Dinge hinterfragen und Zweifel aufkommen lassen.

In dem Artikel stehen diese Worte, welche die Problematik aufzeigen:

Längst herrscht in der Welt der Informatik ein verzweifelter Wettlauf zwischen jenen, die Informationen manipulieren, und denen, die die Manipulation zurückverfolgen.

Erst einmal kann man sich sicherlich fragen, weswegen Fälschungen von Informationen verbreitet werden. Ihre Absicht ist es, eine manipulative Wirkung zu entfachen. Lügen werden verbreitet, um sie sich zu eigenem Nutzen zu machen und/oder anderen dabei zu schaden. Man kann es mit einem Kampf zwischen „Gut“ und „Böse“ vergleichen, bei dem versucht wird, durch Fake News diese beiden Rollen zu vertauschen und damit die Masse für sich zu gewinnen.

Was würde nun passieren, wenn es keine Mittel zur Prüfung der Richtigkeit von Daten gäbe? Mit absoluter Sicherheit kann man sagen, dass das Vertrauen den Quellen gegenüber schwinden würde. Verrat. Nachrichten würden wir zu ernst nehmen, oder im Falle des Gegenteiles: überhaupt nicht mehr. Übertrieben betrachtet, würden wir gar verlernen, Weiss von Schwarz zu unterscheiden.

Eine mögliche Lösung könnten Signaturen sein, welche die Echtheit von Dateien bestätigen würden. Auch ein höheres Strafmass diente zur Optimierung.

Nachrichten sind da um gelesen, gesehen und verbreitet zu werden. Sie sollen helfen, eine Übersichtlichkeit des Geschehens zu gestalten. Doch die Branche zielt letztendlich doch möglicherweise nur auf die Klicks und die grossgedruckten Titel, die sich besser verkaufen lassen. Wir erwarten Sicherheit  und Medien sollten uns diese schenken.

Es heisst doch immer, dass am Ende die Wahrheit siegen wird. Doch in einer Welt von Misstrauen, wo es mehr als nur eine Wahrheit zu geben scheint, haben wir als Gesellschaft doch schon längst verloren. Denn wir sehen das, was wir sehen wollen.

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2 Gedanken zu “Sehen, was wir sehen wollen

  1. Sie haben sehr treffend die Problematik des Zeitalters der Fake News und Alternative Facts beschrieben. Kritich denken Sie die Gedanken des Artikels weiter und überlegen mögliche Lösungen und Konsequenzen. Sehr gut!

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